25. April 2015 Mannheimer Mai-Markt

Minister, Weinköniginnen und Oberbürgermeister besuchten die Kraichgauer Museumsfreunde auf dem Mannheimer Mai-Markt

IMG 8081Der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident Nils Schmid muss geahnt haben, dass er am Stand der Kraichgauer Museumsfreunde auf dem Mai-Markt reichlich beschenkt wird, hatte er doch eigens einen Träger in seinem Schlepptau. Rainer Heilmann übergab ihm tiefsinnig eine Schiefertafel, einen Schreinerhobel und einen Reisigbesen, mit den besten Wünschen für eine sinnvolle Nutzung. Der Minister bedankte sich artig mit den Worten, dass er in Bezug auf das Erlernen vom kleinen politischen Einmaleins jederzeit noch lernfähig sei, er hoffe, dass der Hobel auch richtig scharf sei und auch der Besen käme ihm gerade recht, da er diese Woche sowieso mit der Kehrwoche an der Reihe sei.

Bild: Bernd Pfister und Leon Heilmann erklären Minister Nils Schmid und Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz die Drechselkunst

ADSC 0037nsonsten war die vierte Teilnahme an Süddeutschlands größter Verbrauchermesse wieder ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse.
Fritz Barth und Robert Brand präsentierten ihre alte Meckesheimer Schulstube und kaum ein Mai-Marktbesucher kam hier vorbei, ohne dass er sich an die eigene frühere Schulzeit erinnerte. Besonders die alte preußische Sütterlinschrift aus dem Jahr 1911 war ein Thema, über das immer wieder diskutiert wurde.

Bild: Fritz Barth im Gespräch mit einem Mai-Markt-Besucher, der sich für die alte Schulstube interessiert.

DSC 0023Der alte Frisörladen, wie ihn im vorigen Jahrhundert Helmut Grab in Neidenstein betrieben hat, wurde von Friedhelm Trautmann und Peter Gimber aufgebaut. Da lagen uralte Scheren, Kämme, Rasierapparate und Rasierpinsel unter dem Spiegel und auf dem einladenden Frisörsessel nahmen im Lauf des Tages Weinköniginnen, Regierungspräsidenten und andere struwwelige Zeitgenossen Platz, um sich einer Behandlung zu unterziehen.

Bild: Wolfgang Otto Müller demonstriert, wie früher in Neidenstein die Haare geschnitten wurden, der Dame hat's gefallen.

Das Handwerk mit dem goldenen Boden war dann wieder Sache der Eschelbronner Museumsfreunde. Manfred Schmitt hatte seine zentnerschwere „Bostonpresse" aufgebaut.
Es ist eine Presse für den Buchdruck, die im Jahr 1850 von Joe Golding aus Boston entwickelt wurde und die der frühere Eschelbronner Buchdrucker Herbert Mayer einmal dem Museum übergeben hat. Viele alte „Heidelberger", also Leute, die einmal bei der „Schnellpress" gearbeitet haben, blieben hier stehen. Die heranfliegenden Holzspäne von Bernd Pfisters Drechselbank kamen Manfred Schmitt dabei etwas in die Quere.
Die Drechselbank ist schon seit 4 Jahren fester Bestandteil des Mai-Marktprogramms und inzwischen darf sich Bernd Pfister längere Pausen gönnen, da er von Leon Heilmann bei den Demonstrationen tatkräftig unterstützt wird.

Und schließlich die Epfenbacher, die wieder einiges aus der Landwirtschaft auf die Beine stellten.
Das Urgestein der Kraichgauer Mai-Markt-Geschichte ist Helmut Ambiel, der nicht fehlen darf. Unermüdlich fertigte er Reisigbesen und Holzrechen und er ließ nicht nach, auch nachdem sich ein langer Tag dem Ende zuneigte.
Zum ersten mal waren die „Waschweiber" Manuela Sweeny und Doris Sauter dabei, die an ihrem riesigen Waschzuber zeigten, dass früher das Waschen von Schmutzwäsche viel anstrengender war als heute und ein Akt von mehreren Tagen war.
Der diesjährige Mai-Markttag war wieder ein perfektes Zusammenspiel der Heimatfreunde aus Eschelbnronn, Meckesheim, Epfenbach und Neidenstein, der bewiesen hat, dass gemeinsam vieles leichter geht und trotz aller Anstrengungen auch noch Spass macht.
Das merkt auch jedes Jahr die Organisatorin von der Metropolregion Edelgard Seitz, die sich einen Mai-Markt ohne die Kraichgauer gar nicht mehr vorstellen kann.
Laura Rihm von Kurpfalz-Radio weilte den ganzen Nachmittag über am Stand und berichtete mit mehreren Interviews.
Hundemüde, aber froh kam die Museumstruppe am späten Abend wieder zuhause an mit etwas Vorfreude schon auf das nächste Jahr.