Familiennachmittag mit dem ambulanten Kinderhospiz NOK

Es war ein sehr kühler und regnerischer Tag, aber trotzdem trafen sich einige Mitglieder des „Ambulanten Kinderhospizdienstes Neckar-Odenwaldkreis“ aus Mosbach zum „Familientag“ im Eschelbronner alten Schulhof, um mit den Familien und ihren Kindern ein paar abwechslungsreiche und kurzweiligen Stunden zu verbringen.

Der Hospizdienst mit inzwischen 40 Mitgliedern wurde vor 10 Jahren gegründet mit dem Ziel, Familien zu begleiten, in denen ein lebensverkürzt erkranktes Kind oder ein schwer erkranktes Elternteil lebt, sowie Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil verstorben ist.

Die Begleitung erfolgt durch qualifizierte ehrenamtlich tätige Mitarbeiter/innen und findet überwiegend in der häuslichen Umgebung der betroffenen Familien statt.

Die „Koordinatoren“ sind für die Qualifizierung und Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter verantwortlich. Der Verein finanziert sich im wesentlichen durch die Mitgliedsbeiträge, durch Spenden und Fördergelder.

Peter Martin, Mitglied im Eschelbronner BUND-Ortsverband und im Heimat- und Verkehrsverein, ist einer der ehrenamtlich Tätigen im Hospizdienst. Er brachte die Verbindung zwischen der Mosbacher Einrichtung und dem Schreinerdorf zustande.

Am Morgen des Familientages wurden noch schnell zwei Zelte aufgebaut und am Nachmittag erschienen die Gäste aus dem Odenwald erwartungsfroh mit Hospiz-Vereinsvorstand Felizitas Zürn an der Spitze. Begrüsst wurden sie von Rainer Heilmann und Carolin Hofer bei einem kurzen Umtrunk.

Ein kurzer Museumsrundgang mit Rainer Heilmann und Manfred Schmitt stand am Anfang des Programms und in der Pausenhalle lief der Eschelbronner Heimatfilm aus dem Jahr 1960. Die Museumseindrücke waren bei vielen deutlich erkennbar und einige mussten sogar einräumen, dass sie zum ersten mal in Eschelbronn sind.

Draussen unter dem Zeltdach wurden zum „Apfeltag“ Äpfel in der Mühle gemahlen, gepresst und zu leckerem Süßmost verarbeitet und die Kinder hatten sichtlich großen Spaß daran. Erläuterungen dazu gab es fachmännisch von Peter Martin. Ein Dank der Veranstalter geht an die Kelterei Ludwig Mayer in Neidenstein, die einen Sack Äpfel unentgeldlich durch die Maschine laufen ließ, damit sich das Faß etwas schneller füllte.

Körperlich etwas anstrengend war das Mahlen der Äpfel, aber Spaß hat es den Kindern gemacht und der Süßmost schmeckte später vorzüglich01 1

Weitere Programmpunkte waren die Herstellung von kleinen Insektenhotels und das Formen von sogenannten „Blühpralinen“. Diese Bällchen enthalten unterschiedliche Blumensamen, werden in der Erde vergraben und  sorgen im Frühjahr für blühende Landschaften. Das Kneten und Formen der Erde mit den bloßen Händen zauberte ein Lachen in das Gesicht der Kinder.

Der Höhepunkt der Veranstaltung aber war das Pizza-Backen im großen Lehmbackofen, der im Schulhof steht. Der Bau dieses Lehmbackofens war die Idee von Peter Martin und eigentlich sollte er anlässlich eines Familientages im Sommer stattfinden. Aber wie so vieles fiel dieser aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Daher wurde dieser vor einigen Wochen unter fachmännischer Anleitung im Schulhof gebaut und auch gleich mit dem Backen von Pizzen, Kuchen und Brot praktisch ausprobiert.

Finanziert wurde diese Aktion damals vom Heimat- und Verkehrsverein.

Nun wurde er also ein weiteres mal angeheizt und die Hospizhelferinnen war eifrig bei der Vorbereitung des Pizza-Belages bei der Sache. Die Kinder durften sich ihre eigene Pizza-Kreation zusammenstellen und es gab alles, was ihr Herz höher schlagen ließ: Wurst, Käse, Schinken, Paprika, Zwiebel, Oliven und noch vieles mehr.

Nachdem der Ofen heiß genug war, schob jedes Kind seine eigene Pizza hinein und sie waren überrascht, wie schnell sie wieder knusprig gebacken daraus wieder herausgezogen werden konnte.

Und noch mehr überrascht waren die Besucher, als Rainer Heilmann verkündete, den Ofen dem Hospizverein als Geschenk zu überlassen.

Bild 02: 02 1Groß war die Freude beim Hospizverein, als Rainer Heilmann den Lehmbackofen als Geschenk übergab

Darüber war Felizitas Zürn natürlich sehr erfreut und brachte dies auch in ihren Dankesworten deutlich zum Ausdruck. Jetzt müssen nur noch Überlegungen angestellt werden, wie der Ofen nach Mosbach transportiert wird und wo er aufgestellt werden kann.

Aber auch dazu wird sich eine Lösung finden.

Im DRK-Raum war der Tisch gedeckt, wo man sich bei Kaffee, Tee, Gebäck und Süssigkeiten zwischendurch aufwärmen konnte.

So ließ man sich den Nachmittag auch durch die widrigen Wetterverhältnisse nicht verderben.

Die Kinder verlebten ein paar unbeschwerte Stunden und es wurde schon dunkel, als sie mit vielen Eindrücken beladen zusammen mit ihren Eltern und Betreuern den Heimweg wieder antraten.